Bühler Frühzwetsche

Obst und Gemüse

Die Bühler Frühzwetsche ist eine blaue, eiförmige Frucht mit einer festen, dunklen Haut.

Region:

Hochrhein-Bodensee , Schwarzwald-Baar-Heuberg , Südlicher Oberrhein

Herkunftsgeschichte:

Man entdeckte die Bühler Frühzwetsche 1840 im Bühler Ortsteil Kappelwindeck in einem Obstgarten. Die Frucht wurde aufgrund ihrer positiven Eigenschaften sehr schnell in größerem Maßstab angebaut.

Wissenswertes:

Die Bundesrepublik ist mit einem Anteil von über 50 Prozent der größte Zwetschen- und Pflaumenproduzent der EG.

Der Obstgroßmarkt Mittelbaden EG (OGM), Oberkirch, ist der größte Anbieter für Pflaumen und Zwetschen in Deutschland. Noch immer sind Pflaumen und Zwetschen die Marktführer der OGM, wobei die "Bühler Frühzwetsche" den Großteil ausmacht. Die Erzeuger, die den Obstgroßmarkt beliefern, sind in der Ortenau beheimatet.

Mit ein Grund für die Bedeutung dieser Sorte im Handel liegt in den guten Transporteigenschaften.

Die Region um Bühl ist heute noch das größte Zwetschenanbaugebiet in Deutschland. Dort stehen mehr als eine Million Zwetschenbäume, bei der Mehrzahl davon handelt es sich um die "Bühler Frühzwetsche".
Die besondere Bedeutung der "Bühler Frühzwetsche" veranlasste das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Baden-Württemberg, das Institut für Obst-, Gemüse- und Weinbau der Universität Hohenheim mit Selektionsarbeiten bei dieser Sorte zu beauftragen. Ziel der Selektionsarbeiten war es, möglichst optimale Sorten zu finden. Die wichtigsten Selektionskriterien waren Reifezeit, Fruchtgröße, Ertrag und Zuckergehalt.

Die Fruchtgröße stellt bei der Bühler Frühzwetsche mit das wichtigste Selektionsmerkmal dar. Früchte der Handelsklasse I müssen einen Durchmesser aufweisen, der über 32 mm liegt.

Die Sorte "Bühler Frühzwetsche" ist selbstfruchtbar und durch die eher späte Blüte (geringere Frostgefahr) relativ ertragssicher. Die Fruchtbarkeit der Bäume dieser Sorte ist groß bis sehr groß.

Die Bühler Frühzwetsche ist widerstandsfähig gegenüber dem weit verbreiteten "Scharka-Virus". Die Krankheit, die dadurch hervorgerufen wird führt zu Pockennarben auf den Früchten und ist die Ursache dafür, dass die befallenen Früchte 8-14 Tage vor der Ernte abfallen und unverkäuflich sind. Bei der Bühler Frühzwetsche treten Krankheitssymptome dieser Pockennarbenkrankheit zwar an den Blättern, aber nicht an den Früchten auf.

Ein Großteil vor allem der älteren Bäume im Bühler Anbaugebiet ist wurzelecht: Darunter verstehen Fachleute die Vermehrung über Wurzelausläufer, wie beispielsweise bei der Hauszwetsche.

Saison:

Im Badener Anbaugebiet reift die Bühler Frühzwetsche Anfang bis Mitte August.

Verzehr:

Nur auf warmen, genügend feuchten und nährstoffreichen Böden entwickelt die Bühler Frühzwetsche ihr Aroma. In rauen Lagen sowie auf trockenen und armen Böden schmeckt die Frucht sauer oder fade, außerdem bleibt sie dort klein.

Zubereitung:

Zwetschgenknöpfle

  • 4 ältere Semmeln
  • 1 Teelöffel Mehl
  • 2 Eier
  • Zwetschen
  • Schmalz

 

Die Semmel werden in Wasser eingeweicht und ausgepresst. Danach vermengt man sie mit dem geschnittenen Obst unter Zugabe von Mehl und Eiern. Mit dem Löffel werden kleine Mengen entnommen und in Fett schwimmend herausgebacken. Als Beilage zu Zwetschenknöpfle isst man grünen Salat.

Verbreitung:

Anbaugebiet im badischen, in der Gegend um Bühl. Die Hauptanbaufläche mit ca. 330 ha befindet sich im Regierungsbezirk Freiburg.

Unter dem Motto "50 Jahre Baden-Württemberg, 75 Jahre EDEKA Südwest" finden in zahlreichen Städten Baden-Württembergs Themenveranstaltungen zu baden-württembergischen Spezialitäten statt. Am 30. Juni von 10.00 - 18.00 Uhr lautet das Thema "Obst, Gemüse und Fruchtsaft". Ort der Veranstaltung ist das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart. Weitere Veranstaltungen zum Thema Obst in Baden-Württemberg sind unter www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de zu finden.

Kontakt:

Institut für Obst-, Gemüse- und Weinbau
Universität Hohenheim,
70593 Stuttgart


Verband Badischer Klein- und Obstbrenner e. V., Postfach 1150
77728 Oppenau,
Tel. 07804 / 97940

Literatur:

Kirschen- und Zwetschgenanbau
Walter Feucht, Tobias Vogel, Hermann Schimmelpfeng,
Ulmer, Stuttgart, 2001,
ISBN: 3800132680


Das Zwetschgen-Kochbuch. Zwetschgen, Mirabellen, Pflaumen, Reineclaudes.
Beatrice Aepli,
Midena Verlag, Romb., 1999,
ISBN: 331000323X

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