Warenkunde Obst
Kirschen
Kirschen zählen zum Steinobst und gehören der Familie der Rosengewächse an. Die Früchte sind je nach Sorte rund bis oval und variieren in ihrer Farbe von gelb bis dunkelrot. Deutschland ist mit fast 15 Millionen Kirschbäumen Rekordhalter – so viele gibt es in keinem anderen Land der Erde.
Insgesamt sind rund 400 Kirschsorten bekannt, die sich in drei große Gruppen einteilen lassen:
- Süßkirschen
Die Süßkirsche stammt ursprünglich aus Vorderasien und Südosteuropa. Sie ist die klassische Tafelkirsche und wird erst in voll ausgereiftem Zustand geerntet, da sie nicht nachreift. Wird sie zu früh gepflückt, verdirbt sie sehr schnell und kann ihren typischen Charakter nicht ausbilden. Früchte mit festem Fruchtfleisch werden als Knorpelkirschen und Früchte mit weichem Fruchtfleisch als Herzkirschen bezeichnet. - Sauerkirschen
Die Sauerkirsche stammt aus Eurasien und ist auch als Weichsel bekannt. Die Früchte sind hell- bis schwarzrot und haben zum Teil einen stark säuerlichen Geschmack. Im Gegensatz zur Süßkirsche ist die Sauerkirsche klimatisch recht anspruchslos. Sie wird vorwiegend zum Einmachen oder in der verarbeitenden Industrie verwendet. Die wohl bekannteste Sorte ist die Schattenmorelle. - Brennkirschen
Die Brennkirsche ist eine aromatische heimische Spezialität, die zur Herstellung des berühmten Schwarzwälder Kirschwassers verwendet wird. Aber auch in anderen Regionen Deutschlands werden Destillate aus Kirschen produziert. Da die Pflege der Streuobstwiesen sehr aufwändig ist, nimmt die Bedeutung der Brennkirsche jedoch nach und nach ab.
Kirschen aus Baden-Württemberg, die nach strengen Richtlinien des integrierten und kontrollierten Anbaus erzeugt wurden und bestimmte Herkunfts-, Erzeugungs- und Qualitätsbestimmungen erfüllen, können übrigens mit dem Qualitätszeichen Baden-Württemberg gekennzeichnet werden.
Saison
Die Haupterntezeit heimischer Süßkirschen liegt zwischen Juni und August, Sauerkirschen werden teilweise bis September gepflückt. Importware ist jedoch ganzjährig erhältlich.
Wichtige Anbaugebiete
Kirschen werden in allen deutschen Bundesländern kultiviert. Wichtige Anbaugebiete für Süßkirschen befinden sich im Rhein-Main-Gebiet und in der Pfalz.
Die heimischen Hauptanbaugebiete liegen in Baden und der Bodenseeregion. Sauerkirschen kommen vorwiegend aus Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen.
Importware kommt vorwiegend aus der Türkei, Italien und anderen europäischen Ländern. Aber auch aus Übersee werden Kirschen importiert.
Wichtige heimische Sorten
- Burlat
- Giorgia
- Samba
- Kordia
- Oktavia
- Regina
- Schneiders späte Knorpel
- Starkin Hardy Giant
- Ludwigs Frühe
- Schattenmorelle
- Morellenfeuer
- Karneol
- Karina
Lagerung
Da Kirschen nicht nachreifen, werden sie reif gepflückt, was die Lagerfähigkeit der Früchte stark einschränkt. Die meisten Kirschen sind auf Grund ihrer dünnen Schale sehr empfindlich und sollten daher innerhalb von ein bis zwei Tagen verbraucht werden.
Die festeren Knorpelkirschen haben eine bessere Haltbarkeit und lassen sich gut eine Woche kühl lagern. In Folienbeuteln lassen sich jedoch alle Kirschen hervorragend einfrieren.
Übrigens: Kirschen werden mit Stielen angeboten, da sie sonst "verbluten"!
Nährstoffe
Kirschen enthalten viele Vitamine, Folsäure, Kalium und andere Mineralien. Ihren sekundären Pflanzenstoffen wird außerdem eine entgiftende und entzündungshemmende Wirkung zugesprochen.
Da Kirschkerne Blausäure enthalten, sollten sie nicht mitgegessen werden.
Verwendung und Verarbeitung
- Frischverzehr
- Marmeladen und Konfitüren
- Kompotte und Nasskonserven
- Saft
- Destillate und Wein
- Kuchen und Süßspeisen
Viele leckere Rezepte mit Kirschen finden Sie im Schlemmerarchiv





