Warenkunde Getränke
Spirituosen
Das Wort Spirituosen hat seinen Ursprung im Lateinischen und bedeutet so viel wie "Geistiges". Gemeint sind damit alkoholische Flüssigkeiten, die besondere Eigenschaften bezüglich Geschmack und Geruch besitzen. Außerdem müssen sie einen Alkoholgehalt von mindestens 15 Volumenprozent aufweisen, wobei die meisten Spirituosen sogar mehr als 30 Volumenprozent Alkohol enthalten.
Die Herstellung der "edlen Tropfen" erfolgt in der Regel durch Destillation vergorener Obstsäfte, Maische oder Trester. Aber auch andere Zutaten wie Gewürze oder Kräuter werden dem Alkohol gerne beigemischt.
Obstbrände aus Baden-Württemberg, die nach strengen Richtlinien des integrierten und kontrollierten Anbaus erzeugt wurden und bestimmte Herkunfts-, Erzeugungs- und Qualitätsbestimmungen erfüllen, können übrigens mit dem Qualitätszeichen Baden-Württemberg gekennzeichnet werden.
Die verschiedenen Gruppen
Brände
Durch das Vergären und anschließende Destillieren bestimmter Rohstoffe werden Brände gewonnen. Dazu zählen unter anderem Rum, Whisky, Korn, Getreidebrand, Branntwein, Weinbrand bzw. Brandy, Tresterbrand, Korinthenbrand und Obstbrand sowie Brand aus Apfel- oder Birnenwein. Für den jeweils charakteristischen Geschmack sind neben den Rohstoffen vor allem die Verarbeitungs- und Lagerbedingungen ausschlaggebend. Brände dürfen (mit Ausnahme von Rum-Verschnitt) nicht mit Agraralkohol verschnitten werden.
Regionale Beispiele für fruchtige Obstbrände sind das berühmte Schwarzwälder Kirschwasser oder das eher seltene Zibärtle.
Geiste
Es gibt Früchte, die zwar viel Aroma, aber zu wenig Zuckergehalt besitzen, um sie zu vergären. Aus solchen Früchten, zum Beispiel Beeren, werden Geiste hergestellt. Dazu werden sie zunächst frisch oder tiefgekühlt in Agraralkohol eingeweicht, um das Aroma zu extrahieren, und anschließend gebrannt. Je nach verwendeter Frucht wird dem Endprodukt der Zusatz "-geist" verliehen. So zum Beispiel Himbeer- oder Schlehengeist.
Aromatisierte Spirituosen
Die sogenannten Schnäpse werden hergestellt, indem Agraralkohol durch geschmacksgebende Stoffe aromatisiert wird. Dies dürfen auch natürliche oder naturidentische Stoffe sein, wenn der charakteristische Geschmack und die Farbe des Getränks erhalten bleiben. Bekannte Vertreter sind zum Beispiel Gin, Aquavit und Kümmel.
Liköre
Extraktreiche Spirituosen mit geringem Alkohol- (15-20 Vol.-%) und hohem Zuckergehalt (mind. 100 Gramm je Liter) werden Likör genannt. Die Herstellung erfolgt auf Basis von Agraralkohol, dem geschmacksgebende Stoffe wie Fruchtsäfte, Kräuterextrakte oder ätherische Öle zugegeben werden. Schon im Mittelalter wurden Stoffe aus Blüten, Kräutern und Rinden extrahiert, um ihre heilungsfördernde Wirkung zu konservieren. Doch auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Milch, Sahne, Wein oder Obst können verwendet werden. Liegt der Zuckergehalt über 250 g/l, wird der Likör auch Creme genannt.
Heimische Spirituosen
Bestimmte Schwarzwälder Spirituosen sind übrigens als geografische Angabe entsprechend der EU-Spirituosenverordnung im EU-Register eingetragen.
Eine Genießergalerie der "Flüssigen Obstspezialitäten" finden Sie hier.
Maßvoller Genuss
Alkoholische Getränke sind keine "normalen" Nahrungsmittel. Innerhalb bestimmter Grenzen und Bedingungen ist der Konsum zwar gesundheitsverträglich, bei Überschreitung dieser Grenzen besteht jedoch das Risiko der Abhängigkeit und gesundheitlicher Schädigungen sowie der Gefährdung Dritter. Daher sollte Alkohol stets maßvoll genossen werden!
Im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz, während der Schwangerschaft, beim Sport und in Verbindung mit Medikamenten ist grundsätzlich auf den Konsum alkoholischer Getränke zu verzichten.
Mehr Infos zum Thema: www.massvoll-geniessen.de
Verwendung und Verarbeitung
- Als Aperitif vor dem Essen
- Als Digestif nach dem Essen
- Als aromatische Zutat beim Kochen und Backen
- Zum Einlegen von Obst
Viele leckere Rezepte mit Spirituosen finden Sie im Schlemmerarchiv







