Hefezopf




Beschreibung

Der Hefezopf gehört zu den Gebildbroten (siehe Wissenswertes). Er besteht aus mehreren verflochtenen Teigsträngen.


Herkunftsgeschichte

Das Flechten von Hefezöpfen hat wahrscheinlich tiefe kultische Gründe. Der Legende nach opferte die Frau früher ihrem verstorbenen Ehemann ihren Haarzopf, woraus sich im Laufe der Zeit das Zopfgebäck entwickelte: Dieses wurde dem Verstorbenen anstelle des Haarzopfes ins Grab gelegt.


Wissenswertes

Der Hefezopf ist ein sogenanntes „Gebildbrot“. Das sind Backprodukte, die die Form von Gebilden, Menschen- oder Tierfiguren oder symbolhaften Gestalten haben. Weitere Gebildbrote sind zum Beispiel die Neujährchen (Hörnchen aus dünner Waffel), Brezeln oder die Neujahrsmännlein. Das Herstellen solcher Formen ist in fast allen Kulturen zu finden. Weit verbreitet ist es auch in Baden-Württemberg.

Die Qualität eines Hefezopfes hängt ganz entscheidend von seiner Herstellung ab. Typisch für die Bäcker aus Baden-Württemberg ist daher, dass sie einen Vorteig machen: Sie setzen die Hefe bis zu 24 Stunden vor der eigentlichen Zubereitung an. Dies führt zu einem besonders aromatischen Geschmack.
Hefezöpfe gehören zu den Gebäckspezialitäten, die auch heute noch in Baden-Württemberg zu Neujahr verschenkt werden. Dieser Brauch hat eine lange Tradition. Das Verschenken der Brote sollte bewirken, dass das Brot im neuen Jahr nie ausgehe. Außerdem sollte der Beschenkte damit vor Krankheit und Unglück geschützt werden.

Region

Bodensee-Oberschwaben, Südlicher Oberrhein, Stuttgart, Schwarzwald-Baar-Heuberg, Ostwürttemberg, Nordschwarzwald, Neckar-Alb, Mittlerer Oberrhein, Hochrhein-Bodensee, Franken, Donau-Iller, Unterer Neckar

Saison

Hefezöpfe gehören neben den Neujährchen (Hörnchen aus dünnen Waffeln), Neujahrsringen und Neujahrsbrezeln zu den besonderen Spezialitäten, die auch heute noch in Baden-Württemberg an Neujahr verschenkt werden. Mittlerweile gehören sie aber rund ums Jahr auf den Kaffeetisch.



Zubereitung

Verzehr

Den Hefezopf genießen die Baden-Württemberger pur als Trockenkuchen oder mit Butter und Marmelade bestrichen. Ganz köstlich schmeckt er auch in Kaffee getunkt (schwäbisch donga). Aus den Resten eines Hefezopfes kann man zum Beispiel einen Ofenschlupfer machen. Für diese Süßspeise werden Hefezopfscheiben fächerförmig in eine Auflaufform gelegt. Darüber kommt eine Mischung aus Mandeln, Äpfeln und Zucker. Übergossen wird das ganze mit einem Milch-Ei-Mix (s. Rezept Ofenschlupfer).

Zubereitung

Zutaten:

500 g Mehl, 20 g frische Hefe, 1/8 l warme Milch, 65 g Zucker, 1 P. Vanillezucker, 1-2 Eier, ½ Teelöffel Salz, Zuckersirup zum Bestreichen

Die Zutaten verrühren und den Teig gehen lassen. Dann in drei gleich große Stränge teilen und zu einem Zopf flechten. Den Teig wieder gehen lassen. Mit Zuckersirup bestreichen und etwa eine halbe Stunde bei 180 ° C backen.

Quelle: Himmel und Erd, Kochen mit Johann Lafer

 



Weitere Informationen

Verbreitung

Der Hefezopf ist in ganz Baden-Württemberg verbreitet.

Kontakt

Museum der Brotkultur
Salzstadelgasse 10
89073 Ulm
Tel: 0731/69955
Fax: 0731/6021161
E-Mail: info@brotmuseum-ulm.de
www.museum-brotkultur.de
Bitte nur schriftliche Anfragen

Literatur

Solche Düfte sind mein Leben
Albrecht Bergold
Matthaes, 1999

Kulturgeschichte des Essens und Trinkens
Gert von Paczensky, Anna Dünnebier
Btb bei Goldmann, 1997


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