Pfitzauf




Beschreibung

Pfitzauf ist ein luftiges Eiergebäck, das in speziellen Pfitzaufformen aus glasiertem Ton gebacken wird. Alternativ können auch Tassen als Backformen verwendet werden.


Wissenswertes

Pfitzauf ist eine Art Souffle. Wie bei diesem ist es besonders wichtig, dass der Backofen geschlossen bleibt, bis die Pfitzauf zu Ende gebacken sind. Und nur wer wirklich frische Eier für die Zubereitung verwendet, kann erwarten, dass das Backwerk gelingt. Sämtliche Zutaten für den Pfitzauf sollten Zimmertemperatur haben.
Der Pfitzauf hat sein Image vom Arme-Leute-Essen längst abgelegt. Er ist ein wohlschmeckendes Gericht, das wie zahlreiche andere Spezialitäten aus der baden-württembergischen Küche, in Edel-Restaurants wie dem Brenners Parkhotel in Baden-Baden als Nachspeise geführt wird.
Besonders traditionsbewusste Baden-Württemberger verwenden nur die innerhalb der Familie vererbten Pfitzaufformen. Mit neuen Tontöpfen geht es aber auch. Ersatzweise eignen sich Kaffeetassen oder Auflaufformen.
Der Pfitzauf ist ein sehr „mächtiges“ Gericht. So wurde früher durchaus am teuren Fleisch gespart wenn ein Pfitzauf zum Nachtisch für das nötige Sättigungsgefühl sorgte. Pfitzauf kann durchaus auch mit herzhaften Zutaten und Beigaben wie Käse oder Schinken pikant zubereitet als Hauptgericht serviert werden.
Spezialitäten wie der Pfitzauf haben eine lange Tradition in Baden-Württemberg: Wissenswertes, Historisches oder unterschiedliche Sagen hierzu wurden zum Teil über viele Jahrhunderte überliefert. Damit diese Informationen nicht verloren gehen, hat es sich die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit des Landesmuseums in Stuttgart, Dr. Elke Gerhold-Knittel, zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Spezialitäten ihrer Heimat zu erforschen und darüber zu schreiben. Aktuell arbeitet sie an ihrem Buch „Bretzeln, Maultaschen, Spätzle und Springerle“, das zum Preis von 9.90 Euro Mitte April 2003 im Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, erscheinen wird.

Region

Bodensee-Oberschwaben, Südlicher Oberrhein, Stuttgart, Schwarzwald-Baar-Heuberg, Ostwürttemberg, Nordschwarzwald, Neckar-Alb, Mittlerer Oberrhein, Hochrhein-Bodensee, Franken, Donau-Iller, Unterer Neckar

Saison



Zubereitung

Verzehr

Pfitzauf schmeckt nicht nur zur Mittagszeit. Zusammen mit Obst und Schlagsahne eignet er sich auch als ebenbürtiger Ersatz für einen Kuchen zum nachmittäglichen Kaffee.

Mit Kräutern oder Gemüse und Schinken angereichert ist der Pfitzauf eine moderne, pikante Variation der schwäbischen Spezialität aus dem Süßspeisenkabinett.

Pfitzauf

(Elke Knittels Pfitzaufrezept mit Philosophie)

  • 250 g Mehl
  • ½ l Milch
  • 4 große, sehr frische Eier
  • Prise Salz
  • 2 Esslöffel zerlassene Butter
  • 1 Esslöffel Zucker (nach Belieben)

Eine gebutterte Pfitzaufform mit 6 Mulden bereitstellen. Wenn die Mulden eher klein sind, dann reicht der Teig außerdem noch für zwei Kaffeetassen.

Es gibt auch Pfitzaufformen mit 4 Mulden. In diesem Falle bitte zwei Formen bereitstellen. Vorher überprüfen, ob die gewünschten Formen nebeneinander in den Backofen passen. Man kann auch mehrere kleine Auflaufformen nehmen.

Aus Mehl, Eiern und zunächst der Hälfte der Milch mit Salz und nach Belieben Zucker einen glatten Teig rühren (mit dem Rührgerät auf höchster Stufe). Dann die restliche Milch zugeben. Achtung, das kann spritzen, weil der Teig sehr dünn ist! Ein frisches Küchentuch über die Schüssel legen und darunter quirlen schafft Abhilfe. Zuletzt die zerlassene, etwas abgekühlte Butter zugeben.

Den Teig auf die ausgebutterten Förmchen verteilen (maximal zur Hälfte füllen). In den mit 200 Grad gut und lange vorgeheizten Backofen auf die mittlere Schiene stellen. Backzeit zirka 40 bis 50 Minuten. Der Teig steigt gewaltig über die Förmchen hoch, er „pfitzt“ richtig auf! Die Backofentür während der Backzeit nie öffnen, sonst fällt der Pfitzauf zusammen!

Den Pfitzauf in der schönen Tonform lassen und sofort heiß auftragen. Bei Tisch mit zwei Gabeln aus dem Förmchen heben und auf den Teller geben. Das gefällt den Gästen!



Weitere Informationen

Verbreitung

Der Pfitzauf steht in allen Regionen Baden-Württembergs auf dem Speiseplan.

Kontakt

Württembergisches Landesmuseum Stuttgart
Schillerplatz 6
70173 Stuttgart
Tel.: 0711 89 535 111
Fax: 0711 89 535 444
E-Mail: info@landesmuseum-stuttgart.de
www.landesmuseum-stuttgart.de

Museum der Brotkultur
Salzstadelgasse 10
89073 Ulm
Tel.: 0731-6 99 66
Fax: 0731-6 02 11 61
E-Mail: info@museum-brotkultur.de
www.museum-brotkultur.de
Öffnungszeiten:
täglich 10-17 Uhr

Literatur

Kulinarische Streifzüge durch Schwaben
Frank Gerhard
Sigloch Edition, 1997
ISBN: 3893930132

Süsse Verführungen. Desserts, Gebäck und Mehlspeisen.
Eckart Witzigmann, Susi Eising
Heyne Verlag, 2001
ISBN: 3899100115


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