Spätzle




Beschreibung

2 – 5 cm längliche Teigwaren-Spezialität, die ihre Form durch das Schaben der Teigmasse vom Brett ins Kochwasser erhält.


Herkunftsgeschichte

Die Herkunft bzw. der sprachliche Ursprung der Spätzle ist umstritten und wurde bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich zwar im Jahre 1725, doch dürfte die Geschichte der „schwäbischen Teigware“ weit älter sein. Tatsächlich werden Spätzle zum Fundament ursprünglicher schwäbischer Küche gerechnet. Eine Jahrhunderte alte Tradition des „Nationalgerichtes“ belegen mittelalterliche Darstellungen, auf denen Schwaben mit Spätzlebrett zu sehen sind.

Da Spätzle sehr nahrhaft, leicht herzustellen und vielseitig einsetzbar sind, waren diese früher fester Bestandteil in der täglichen Kost armer Leute, von denen es besonders in Schwaben sehr viele gab. Zum sprachlichen Ursprung der Spätzle gibt es verschiedene Theorien. So lässt sich beispielsweise nachlesen, dass Frauen von einem Stück Teig, der wie „ein Spatz in der Hand“ gehalten, kleine Teigstücke abstachen und ins kochende Wasser gaben und somit „kleine Spatzen“ formten. Eine weitere Theorie vermutet den Namensursprung im italienischen Wort „spezzato“, was soviel wie „gestückelt“ bedeutet. So wäre es durchaus denkbar, dass diese Bezeichnung von den Schwaben im Laufe der Zeit übernommen und „eingedeutscht“ wurde.


Wissenswertes

Von der Beliebtheit und regionalen Verwurzelung zeugen vielerlei Geschichten rund um das Nationalgericht Baden-Württembergs. So ist zu lesen, dass die württembergischen Regimenter beim Russlandfeldzug 1821 nicht auf ihre Spätzle verzichten wollten und somit ihrem Heimatgefühl buchstäblich Nahrung gaben. Ferner wird sogar von schwäbischen Rittern berichtet, die bewaffnet mit „Schwert und Spätzlebrett“ einst Kaiser Barbarossa (Friedrich I) ins Heilige Land folgten.

Region

Bodensee-Oberschwaben, Südlicher Oberrhein, Stuttgart, Schwarzwald-Baar-Heuberg, Ostwürttemberg, Nordschwarzwald, Neckar-Alb, Mittlerer Oberrhein, Hochrhein-Bodensee, Franken, Donau-Iller, Unterer Neckar

 

Saison

Ganzjährig



Zubereitung

Grundsätzlich werden Spätzle aus den Zutaten Mehl (früher Dinkelmehl), Eier, Salz und Wasser zubereitet. In zahlreichen Kochbüchern finden sich jedoch teilweise unterschiedliche Angaben zu Art und Menge des Mehls sowie der Eimenge. Auch die Zugabe von geriebener Muskatnuss findet sich häufig in den Rezepturangaben. Ein Grundrezept empfiehlt 1 Ei je 100g Mehl, eine gute Prise Salz und so viel Wasser, dass eine streichfähige, nicht zu flüssige Teigkonsistenz entsteht. Bei 500g Mehl und 5 Eiern, benötigt man ca. 200 ml Wasser und 2 Teelöffel Salz. Je nach Wunsch lässt sich die haptische Beschaffenheit der Spätzle beeinflussen. Durch Zugabe von Weizengries oder Weizendunst erhalten die Spätzle mehr „Biss“. Wird anstelle von Leitungswasser kohlensäurehaltiges Wasser verwendet, so werden die Spätzle besonders locker.

Aus den Zutaten Mehl, Eier, Salz und Wasser wird ein streichfähiger, nicht zu flüssiger Teig gerührt. Dieser Teig wird dünn auf ein Spätzlebrett gestrichen und mit einem Spätzleschaber oder Messerrücken vom Brett ins kochende Wasser geschabt. Alternativ wird der Teig auch durch ein sogenanntes Knöpflesieb gedrückt, um die ebenfalls beliebten, kleinen, rundlichen Knöpfle zu erhalten. Nach wenigen Minuten schwimmen die fertigen Spätzle oder Knöpfle auf der Wasseroberfläche und werden mit einem Sieb „herausgefischt“. Nach dem „Abschrecken“ in kaltem Wasser und vor dem Servieren können diese, in Butter geschwenkt, in der Pfanne erwärmt werden.



Weitere Informationen

Verzehr:

Spätzle werden sowohl als Beilage zu Fleischgerichten wie Wild-, Schmor- oder Sauerbraten mit Sauce gereicht, als auch als Hauptgericht z.B. in Form von Kässpätzle mit gerösteten Zwiebeln und frischem Schnittlauch gegessen. Ferner finden sich auf vielen Speisekarten raffinierte Abwandlungen wie Walnuss-, Bärlauch-, Leber-, oder Spinatspätzle.

Verbreitung:

In ganz Baden-Württemberg

Kontakt:

www.kueche-genuss.de
www.spaetzle.de

Literatur:

Deutschlands kulinarisches Erbe, Ars vivendi Verlag, 90553 Cadolzburg, 1998, ISBN: 3897160412

Schmeck den Süden – Baden-Württemberg, Josef Thaller, DRW-Verlag, Stuttgart, 2001, ISBN: 3871814571


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