Zibärtle




Beschreibung

Beim Zibärtle handelt es sich um einen Obstbrand mit zartem Marzipanaroma, der zu den Raritäten unter den Spirituosen zählt.


Herkunftsgeschichte

Man nimmt an, dass Zibärtle schon seit spätkeltischer Zeit in Südbaden heimisch ist. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt Zibärtle als „einfacher Bauernschnaps“. Die wild wachsenden Sträucher der Zibarte bildeten ursprünglich natürliche Hecken um Äcker und Wiesen. Nach 1945 fiel das Gewächs immer mehr der Landwirtschaft zum Opfer und wurde zur Rarität. Vermutlich wäre die Zibarte vom Aussterben bedroht gewesen, hätten die edlen Obstbrände nicht zunehmend Liebhaber gefunden; vor allem in den 80er und 90er Jahren gab es einen starken Zibärtle-Boom.


Wissenswertes

Von den etwa 25.000 landwirtschaftlichen Kleinbrennereien in Deutschland befinden sich gut 15.000 in Baden. Davon 7.000 allein im
Ortenau-Kreis, rund um Offenburg, sowie 4.000 in der Gegend rund um Freiburg.

Auf der Insel Mainau wächst die Zibarte in kleinen Mengen, der hochgeschätzte Edelbrand reicht allerdings nur für den Hausbedarf. Führungen durch die Schnapsbrennerei sind für Gruppen auf Anfrage möglich.

Region

Südlicher Oberrhein

Saison

Nach dem ersten Frost werden die kleinen Wildpflaumen von strauchartigen Bäumen geerntet. Den Schnaps kann man ganzjährig trinken.



Zubereitung

Die Ernte ist sehr mühsam. Die Früchte können nur durch einen Schüttelvorgang per Hand geerntet werden, bei dem die Zibarten in ein Tuch fallen. Danach trennt man das Laub von den Früchten und maischt das seltene Steinobst so, dass ein Aufbrechen der Fruchtkerne weitestgehend vermieden wird. Anschließend brennt der Obstbauer die Zibarten mit einem Destillationsgerät. Die zuletzt erfolgende Lagerung in glasierten Steingutbehältern ist das „Tüpfelchen auf dem i“ und lassen die luxuriöse Spezialität zur Vollkommenheit reifen. Der Zibartenbrand gilt sowohl wegen der besonderen Rarität der verwendeten Frucht als auch auf Grund seiner außergewöhnlichen Geschmacksnote als besondere Spezialität. In Süddeutschland nennt man diesen feinen, sehr wohlschmeckenden Edelbrand auch liebevoll „Zibärtle“.



Weitere Informationen

Zutaten und Herstellung:

Man stellt Zibärtle aus wilden Bergpflaumen, den sogenannten Zibarten, her. Wilde Bergpflaumen sind klein, dunkelviolett, nicht sehr ergiebig und nur in seltenen, mittelhohen Lagen des Schwarzwaldes zu finden, „eine unveredelte Urpflanze“.

Verzehr:

Zibärtle wird bei 16-18 Grad getrunken, da bei dieser Temperatur neben dem besonderen Geschmack noch der unvergleichliche Geruch hinzukommt.

Verbreitung:

Diese echt badische Spezialität wächst in den Ortenauer Mittelgebirgslagen und Schwend, Sohlberg und Blaubronn.

Kontakt:

Mainau GmbH
78465 Insel Mainau
Telefon: 07531 / 3030
Fax: 07531 / 303-248
E-Mail:info@mainau.de
http://www.mainau.de

Verband Badischer Klein- und Obstbrenner e. V.
Postfach 1150
77728 Oppenau
Telefon: 07804 / 97940

Literatur:

http://www.bad-bad.de/restaur/kuechenkunde/zibaertle.htm

 


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